Nachdem die 2. Runde der Tarifverhandlungen für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ergebnislos vertagt worden sind, erhöhen Gewerkschaften und Beschäftigte den Druck auf die Arbeitgeber. Am 26. Februar 2025 sind bundesweit rund 4.000 Auszubildende und dual Studierende im öffentlichen Dienst zum Streik aufgerufen. Die Nachwuchskräfte aus Verwaltung, Gesundheitswesen, Sozial- und Erziehungsdiensten sowie Sparkassen fordern unter anderem eine bessere Vergütung, mehr freie Tage und eine sichere Übernahme nach der Ausbildung. “Die Ausbildungsvergütungen reichen kaum für Miete und Lebensmittel”, kritisiert Astrid Gorsky, Bundesjugendsekretärin von ver.di.
Parallel dazu ruft ver.di am 27. und 28. Februar die Beschäftigten des Flughafens München zum Streik auf. Bodenverkehrsdienste und weitere Bereiche werden betroffen sein, wodurch es zu erheblichen Einschränkungen im Flugverkehr kommt. “Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten unverzichtbare Arbeit unter immer härteren Bedingungen”, erklärt Manuela Dietz, ver.di Bayern.
Zusätzlich setzen Beschäftigte im öffentlichen Dienst ihre Proteste fort: Am 25. Februar gibt es Warnstreiks in Niedersachsen und Bremen, am 26. Februar sind auch die Stadtverwaltung Frankfurt sowie Kitas und soziale Einrichtungen betroffen.
Bereits in den vergangenen Tagen hatten Zehntausende an Streiks teilgenommen – unter anderem an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf sowie im öffentlichen Nahverkehr. Aber auch die Beschäftigten in kommunalen Kitas und Horten sind den Streikaufrufen der Gewerkschaften GEW und ver.di gefolgt. In Dresden und Leipzig haben sich mehr als 700 Kolleg*innen zu Kundgebungen versammelt. In Hessen streikten mehrere Hundert Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, die für den Bund oder die Kommunen arbeiten: Sie forderten auf dem Willy-Brandt-Platz in Offenbach mehr Gehalt und freie Zeit von den Arbeitgebern. Einen ganztägigen Warnstreik gab es auch in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt.
Die Gewerkschaft ver.di fordert 8 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 350 Euro monatlich, höhere Zuschläge sowie zusätzliche freie Tage. Die Arbeitgeber hingegen zeigen sich bislang unnachgiebig. Die 3. Verhandlungsrunde ist für den 14. und 15. März 2025 angesetzt.
Das Tarifergebnis soll zeit- und wirkungsgleich auf Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter, Soldatinnen und Soldaten sowie auf Versorgungsempfängerinnen und -empfänger übertragen werden. ver.di führt die Tarifverhandlungen auch für GdP, GEW, IG BAU sowie mit dbb beamtenbund und tarifunion.